Mittwoch, 13. Februar 2013

Winnie - mehr als eine Katze

Winnie war mehr als eine Katze. Sie war meine beste Freundin.

Im Jahr 1999 bekamen wir Familienzuwachs. Ich war damals fast 13 und gerade am Anfang der Pubertät. Vielleicht auch schon mittendrin. In meiner Erinnerung ist es wie gestern. Zusammen mit meinem Vater und meinem jüngeren Bruder fuhren wir zur Tierärztin mit angeschlossenem Tierheim, um das kleine getigerte Maikätzchen mit dem Streifenschwanz abzuholen. Es war Liebe auf den ersten Blick.
Ein zierliches, zunächst unsicheres Ding, das ganz vorsichtig unsere Wohnung erkundete. Ich weiß noch, dass sie direkt vorbildlich das Katzenklo benutzt hat und wie wir uns alle darüber freuten.
Schnell wurde sie sicherer und neugieriger. Berührungsängste kannte sie nicht. Sie fing direkt an zu schmusen. Doch spätestens als sie meinen kleinen Bruder zwickte, der mir zu dieser Zeit mächtig auf die Nerven ging und auch ihr wohl etwas zu laut wurde, hatte ich dieses drollige Fellknäuel in mein Herz geschlossen. Wir nannten sie Winnie, nach Winnie, dem Hexchen. Und so begann unsere Geschichte.

Man sagt immer, dass Katzen eine Bezugsperson haben und dass dies eigentlich immer die Person ist, die sich um die Auffüllung des Fressnapfs kümmert. Doch für Winnie kam das nicht in Frage. Sie war schließlich eine Dame und beanspruchte 2 Bezugspersonen. Meine Mama für das Futter und mich für die Kuscheleinheiten und das Toben.
Ihr Bett war in meinem Zimmer, doch sie schlief meistens auf meinem Bett. Ich liebte es, wenn sie nicht nur zu mir unter die Decke kroch, sondern sich auch unter meinem Schlafshirt breit machte, um sich an meinen Bauch zu kuscheln. Wir waren unzertrennlich.

Leider musste sich das ändern als ich 2006 meinen Freund kennenlernte. Er hat so manche Allergie. Unglücklicherweise reagiert er eben auch allergisch auf Katzen. Also war mein Zimmer ab sofort tabu für Winnie und sie bekam einen neuen Schlafplatz. Das tat mir in der Seele weh, aber anders war es nicht zu lösen.
Die Kuscheleinheiten gab es dann auf der Couch im Wohnzimmer.

2010 wurden auch diese Schmusemomente weniger, da mein Freund und ich beschlossen zusammenzuziehen. Winnie konnte natürlich nicht mitkommen und blieb daher bei meinen Eltern. Ich wusste, dass sie mich vermisste, doch ich vermisste sie ebenso. Wenn ich meine Eltern besuchte, verbrachte ich so viel Zeit wie möglich mit meiner kleinen Schnurrkatze. Trotzdem plagte mich ständig das schlechte Gewissen, obwohl sich meine Familie sehr liebevoll um sie kümmerte.

Im letzten Jahr hatte ich dann plötzlich diesen Traum. Darin starb meine geliebte Winnie. Ein böser Alptraum. Doch richtig unruhig wurde ich, als ich 2 Nächte später ein weiteres Mal von ihrem Tod träumte. Eigentlich bin ich nicht abergläubisch oder besonders esoterisch, aber durch die Träume habe ich mich so unwohl gefühlt, dass ich beschloss, meine Eltern bzw. meine Katze zu besuchen.
Das war ein schöner Nachmittag. Ich verbrachte viel Zeit mit ihr und sie war sehr anhänglich. Beruhigt fuhr ich abends wieder nach Hause. Denn es schien ihr gut zu gehen.
Doch am nächsten Tag bekam ich einen Anruf von meiner Mama. Winnie sei morgens gestorben. Sie war friedlich eingeschlafen. Papa hätte sie zwar noch zum Tierarzt gebracht, aber da war es schon zu spät. Sie musste nicht leiden. 13 Jahre alt wurde sie.

Ich war am Boden zerstört. Selbst jetzt kommen mir noch die Tränen, obwohl es fast ein halbes Jahr her ist.
Doch es tröstete mich sehr, dass ich sie noch einmal gesehen hatte, wir noch ein letztes Mal miteinander schmusen konnten. Für mich hat es sich so angefühlt, als hätte sie auf mich gewartet. Als hätte sie noch einmal bei mir sein müssen, bevor sie für immer geht.
Vielleicht ist das albern, aber ich empfinde es so und das ist mir wirklich ein unfassbarer Trost. Denn ich habe mit ihr meine allerbeste Freundin verloren.
Sie ist gemeinsam mit mir erwachsen geworden, war immer für mich da, wenn ich sie brauchte. Sie hat sich an mich gekuschelt, wenn ich traurig war und hat mich mit einem Zwicken zurechtgewiesen, wenn ich zu sehr geweint habe. Sie hat mir durch eine schwere Zeit in meinem Leben geholfen und ich werde sie immer in meinem Herzen tragen.
Immer wenn ich traurig bin oder mich einsam fühle, denke ich an meinen kleinen Schmusetiger und schon geht es mir ein wenig besser.

Denn Haustiere können mehr sein.


Ein Beitrag zur Bloggerparade: Ich und mein Haustier!










Kommentare:

  1. Das ist soooo eine schöne aber auch traurige Geschichte!

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  2. Wunderschön,ich hatte beim Lesen auch etwas feuchte Augen!

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